Destruktive Über-Lebensstategien
Die Verhaltensweisen, mit denen wir uns vor Kränkungen, Verletzungen, Zurück-
weisungen, unerwünschten Gefühlszuständen zu schützen versuchen, entsprechen
oft jenen, die wir in der Kindheit entwickelt haben - und seither fast unverändert
anwenden.
In der Regel sind diese Strategien unserer realen Lebenssituation als erwachsene
Menschen jedoch nicht mehr angemessen und richten oft mehr Schaden an,
als sie Nutzen bringen. Immer wieder lösen sie sogar genau das aus, was sie eigent-
lich zu verhindern versuchen.

Wenn wir zum Beispiel irgendwann in unserer Kindheit Erfahrungen gemacht haben,
die uns zu der Auffassung kommen ließen, dass die Welt ein gefährlicher Ort sei -
oder wir nicht wirklich willkommen auf dieser Erde sind, verhalten wir uns entsprechend.
Wir werden ständig Gefahren wittern, uns einen Schutzpanzer zulegen oder
selbst so aggressiv sein, dass andere uns zornig abwehren oder sich niemand
in unsere Nähe wagt. Oder wir werden uns überall unsicher fühlen und uns verhalten
wie ein unwillkommener Gast. Auf diese Weise stoßen wir unsere Mitmenschen
zurück und werden so in unseren Vorannahmen bestätigt, dass die Menschen
gefährlich sind, beziehungsweise, dass niemand etwas mit uns zu tun haben will.

Erst wenn wir erkennen, auf welche Weise wir selbst zu unserem eigenen „Unglück“
beitragen, können wir unsere innere Haltung und unser Verhalten ändern lernen.


„Wenn Du weißt was Du tust, kannst Du tun was du willst“
Moshe Feldenkrais




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